Die Zahlen sind eindeutig und alarmierend: Wohnungseinbrüche in deutschen Großstädten nehmen wieder zu. Nach einem historischen Tief während der Corona-Pandemie – als Lockdowns und Homeoffice dafür sorgten, dass Wohnungen seltener leer standen – steigen die Fallzahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) seit 2022 kontinuierlich. Frankfurt am Main gehört dabei zu den am stärksten betroffenen Städten in Hessen. Für Bewohner im Rhein-Main-Gebiet ist das ein klares Signal: Jetzt ist der richtige Moment, die eigene Sicherheitssituation zu überprüfen.
In diesem Beitrag analysieren wir die aktuellen Einbruchszahlen, erklären, warum Großstädte besonders betroffen sind, beleuchten die saisonalen Muster – und zeigen Ihnen konkret, was Sie jetzt tun können, um Ihr Zuhause zu schützen.
PKS-Daten: Was die Statistik uns zeigt
Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ist die wichtigste Datengrundlage für die Analyse von Einbruchstrends in Deutschland. Sie erfasst alle polizeilich bekannt gewordenen Fälle – wobei die Dunkelziffer erheblich höher geschätzt wird. Die Kernaussagen der aktuellen PKS zum Thema Wohnungseinbruchdiebstahl:
- Bundesweit werden jährlich über 65.000 vollendete und versuchte Wohnungseinbrüche erfasst
- Die Aufklärungsquote liegt bei rund 17 Prozent – weit unter dem Durchschnitt der Gesamtkriminalität
- Der durchschnittliche Schaden pro Einbruch liegt bei mehreren tausend Euro – durch gestohlene Wertgegenstände und Sachschäden an der Wohnung
- Der emotionale Schaden – das Gefühl der Verletzung der Privatsphäre – ist in keiner Statistik erfasst, aber immens
In Hessen und speziell in Frankfurt wurden zuletzt deutliche Anstiege der Fallzahlen registriert. Das Bundeskriminalamt (BKA) bestätigt den bundesweiten Aufwärtstrend und warnt vor einer weiteren Zunahme in den kommenden Jahren, sollten keine umfassenden Schutzmaßnahmen ergriffen werden.
Warum trifft es Großstädte besonders hart?
Einbrüche konzentrieren sich aus nachvollziehbaren Gründen stärker auf städtische Gebiete:
Anonymität
In der Großstadt kennt man seine Nachbarn oft kaum. Wer tagsüber in einem Mehrfamilienhaus herumläuft, fällt nicht sofort auf. Die soziale Kontrolle, die in dörflicheren Strukturen automatisch vorhanden ist, fehlt hier weitgehend. Ein Unbekannter vor der Nachbarwohnung erregt in Frankfurt-Sachsenhausen weniger Aufsehen als in einem kleinen Dorf.
Höhere Zieldichte
In Großstädten wohnen mehr Menschen auf engem Raum – und entsprechend mehr potenzielle Einbruchsziele in unmittelbarer Nähe. Ein Täter, der in Frankfurt unterwegs ist, kann innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Objekte ausspähen und vergleichen.
Mobilität der Täter
Organisierte Einbrecherbanden, die einen erheblichen Teil der Großstadteinbrüche verantworten, sind hochmobil. Sie reisen gezielt in Städte, arbeiten schnell und verlassen die Region ebenso schnell wieder. Die Aufklärungsquote sinkt dadurch erheblich.
Wertvolle Ziele
In städtischen Wohnungen befinden sich statistisch gesehen mehr Wertgegenstände – Elektronik, Schmuck, Bargeld – als in ländlicheren Regionen. Für Täter ist die erwartete Beute höher.
Saisonale Muster: Die dunkle Jahreszeit als Hochsaison
Kein anderer Faktor beeinflusst die Einbruchshäufigkeit so stark wie das Licht – oder besser gesagt: die Dunkelheit. Die sogenannte Dunkle Jahreszeit zwischen Oktober und Februar ist statistisch die einbruchsstärkste Phase des Jahres. Die Gründe:
- Frühe Dunkelheit: Wenn es bereits um 17 Uhr dunkel ist, können Einbrecher in die Hauptgeschäftszeiten (16–20 Uhr) hineinfallen, in der Wohnungen leer, aber die Umgebung schon dunkel ist
- Abwesenheit: Viele Menschen sind in der Weihnachts- und Ferienzeit verreist – und kündigen das oft unbedacht in sozialen Medien an
- Schlechtes Wetter: Regen, Nebel und trübe Bedingungen reduzieren die Sichtbarkeit und erschweren das Beobachten durch Nachbarn
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungseinbruch (BAW) empfiehlt deshalb, die dunkle Jahreszeit als konkreten Anlass zu nehmen, die eigene Sicherheitssituation zu überprüfen. Wer im Oktober oder November aufrüstet, ist für die statistisch gefährlichsten Monate gerüstet.
Wie häufige Einbruchsmethoden heute aussehen
Einbrecher passen ihre Methoden kontinuierlich an verfügbare Sicherheitstechnik an. Laut aktueller PKS-Auswertung sind die häufigsten Einstiegspunkte:
- Haustür und Wohnungstür (ca. 40 %): Aufhebeln des Türblatts, Ziehen des Zylinders, Angriff auf das Schließblech
- Fenster und Terrassentür (ca. 35 %): Aufhebeln des Rahmens, Einschlagen der Scheibe, Manipulation des Griffs
- Sonstige Zugänge (ca. 25 %): Kellerfenster, Dachfenster, Garagentore, Nebenausgänge
Interessant: Die Verbreitung besserer Schlösser in den letzten Jahren hat dazu geführt, dass Täter zunehmend auf Kellerfenster und weniger gesicherte Nebeneingänge ausweichen. Das zeigt: Gesamtsicherheit ist wichtiger als die Fokussierung auf einen einzelnen Eintrittspunkt.
Jetzt handeln: Konkrete Maßnahmen gegen Einbruch
Mechanischer Schutz – die Grundlage
Keine elektronische Sicherheitslösung ersetzt gute Mechanik. Die wichtigsten mechanischen Maßnahmen:
- RC2-Schloss an der Wohnungstür: Widerstandsklasse 2 hält mindestens 3 Minuten manuellem Aufhebelversuch stand – lange genug, um die meisten Gelegenheitstäter zu vertreiben
- Mehrfachverriegelung: Mehrere Verriegelungspunkte, die gleichzeitig in Tür und Rahmen greifen, erhöhen den Widerstand enorm
- Schutzbeschlag mit Ziehschutz: Verhindert, dass der Zylinder mit roher Kraft herausgezogen werden kann
- Verstärktes Schließblech: Stabiles Stahl-Schließblech mit langen Befestigungsschrauben, die bis ins Mauerwerk reichen
- Fenstersicherung: Pilzkopfverriegelung, Fensterstangen oder nachträgliche Fenstersicherungssysteme
Elektronischer Schutz – detektieren und abschrecken
- Einbruchmeldeanlage (EMA): Professionelle Systeme mit direkter Aufschaltung zur Polizei oder einem Sicherheitsdienst – die wirksamste Methode zur schnellen Reaktion
- Bewegungsgesteuerte Außenbeleuchtung: Günstig, einfach zu installieren und hochwirksam als Abschreckung
- Überwachungskameras: Sichtbare Kameras schrecken ab; im Einbruchsfall liefern sie Beweise für die Polizei
- Smarte Türsensoren: Benachrichtigen Sie per App, wenn eine Tür oder ein Fenster geöffnet wird
Verhaltensbasierter Schutz – Präsenz simulieren
- Zeitschaltuhren für Licht, Fernseher oder Radio – wechselnde Zeitprofile vermitteln Anwesenheit auch bei Abwesenheit
- Nachbarn bitten, den Briefkasten zu leeren und auf das Grundstück zu achten
- Keine Ankündigung von Urlauben oder Abwesenheiten in sozialen Medien
- Gemeinsame Gebäude-WhatsApp-Gruppe zur schnellen Kommunikation im Verdachtsfall
Kostenlose Ressourcen und staatliche Unterstützung
Einbruchschutz muss nicht teuer sein – und es gibt staatliche Unterstützung:
- Polizeiliche Kriminalprävention: Alle Bundesländer bieten kostenlose Einbruchschutzberatung durch Kriminalpolizei-Beamte an. Rufen Sie bei Ihrer zuständigen Polizeidienststelle an und fragen Sie nach dem K-Präventions-Team.
- KFW-Förderung (Programm 455-B): Investitionszuschüsse von bis zu 10 Prozent (max. 2.500 Euro) für Einbruchschutzmaßnahmen, durchgeführt von anerkannten Fachbetrieben
- Versicherungsberatung: Fragen Sie Ihre Hausratversicherung, welche Sicherheitsanforderungen sie stellt – und ob Upgrades zu Prämienrabatten führen
Wie SOS - Schlüsseldienst Frankfurt helfen kann
Als zertifizierter ABUS Fachbetrieb bietet SOS - Schlüsseldienst Frankfurt professionelle Sicherheitsberatungen und -installationen für Wohnungen, Häuser und Gewerbeobjekte im gesamten Rhein-Main-Gebiet an. Unsere Techniker kennen die aktuellen Einbruchmethoden und wissen genau, wo die Schwachstellen in typischen Frankfurter Altbau- und Neubau-Wohnungen liegen.
Wir montieren RC2- und RC3-Schlösser, Mehrfachverriegelungen, Schutzbeschläge, Fenstersicherungen und beraten Sie zu Smart-Lock-Lösungen, die zu Ihrem Schloss und Ihrem Budget passen. Alle durchgeführten Maßnahmen dokumentieren wir für Ihren Versicherungsschutz.
Der richtige Moment zum Handeln ist jetzt – nicht nach einem Einbruch.
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